Ausflug zum Haus der Musik
Vor Kurzem haben wir mit der Oma einen Tag in Wien verbracht. Neben dem Verkehrsmuseum Remise der Wiener Linien waren wir auch im Haus der Musik. Das Museum ist in unserer Niederösterreich Card inkludiert, also hatten Bubi und ich freien Eintritt. Für Oma hatte ich ein Ticket gewonnen, nämlich beim Kasperlfest in Mödling.
Ich muss sagen, im Haus der Musik war ich das letzte Mal mit der Schule, also schon ewig lang her. Wirklich daran erinnern konnte ich mich nicht mehr, nur daran, dass ich einen positiven Eindruck mitgenommen hatte und es auch gerne Bubi einmal zeigen wollte. Gleich vorweg: unser Besuch war richtig toll! Das Museum ist alles andere als langweilig und punktet vor allem damit, dass man so viele Dinge anfassen und erleben kann.

Die Anreise mit den Öffis war ganz einfach und nach einem kurzen Fußmarsch vom Schwarzenbergplatz waren wir auch schon da.
TIPP: Neben der Kassa gibt es eine Garderobe, wo man Rucksäcke und Taschen gratis abgeben kann. Außerdem gibt es einen eigenen Bereich, wo man Kinderwägen abstellen kann.
Das Museum ist auf insgesamt 4 Stockwerke verteilt. Der 1. Stock widmet sich den Wiener Philharmonikern, im 2. Stock macht man eine Reise in die Welt der Klänge, im dritten Stock werden große Komponisten vorgestellt und im 4. Stock befinden sich der virtuelle Dirigent und der Shop.
TIPP: Gleich beim Eingang, bevor man die große Stiege hinaufgeht, findet man Infos zum gratis Haus der Musik Guide. Man verbindet sich mit dem kostenlosen WiFi und kann sich die Web-App für den Museumsbesuch aufs Handy laden.
Die Web-App bietet verschiedene Touren durch das Haus an und wir haben uns für die Kindertour entschieden. Die App begleitet einen durch das ganze Haus und ist wirklich nützlich. Bei jedem Stockwerk gibt es einen kurzen Überblick, was einen erwartet und welche Stationen für Kinder besonders interessant sind. Außerdem gibt es spannende Infos und Quizfragen (zB Wie viele Tasten hat normalerweise en Klavier? 88, 55 oder 111)

Gleich beim Stiegenaufgang kommt auch schon das erste große Highlight im Museum: die Klaviertreppe. Eine Treppe aus Klaviertasten, die beim Hinaufgehen auch Töne erklingen lassen, wie ein richtiges Klavier. Diese Treppe begeistert wirklich alle, egal ob Klein oder Groß, alle wollen drüber spazieren. Und wir natürlich auch.

Im 1. Stock erwartet einen ein Kinosaal, wo wir das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker gesehen haben. Natürlich nicht das Ganze, das hätte Bubi auch gar nicht durchgestanden. Was mich aber richtig erstaunt hat, war, dass er sicherlich 10 Minuten ruhig sitzen geblieben ist und interessiert und fasziniert dem Konzert gefolgt ist. Ein Orchester hat er ja noch nie gesehen und die vielen Musiker und Instrumente fand er ganz spannend.
Lustig war auch das Walzer Würfel Spiel. Man kann sich nämlich seinen eigenen Walzer „erwürfeln“. Vier virtuelle Würfel werden jeweils viermal gewürfelt und schon entsteht eine schöne Melodie (die man auch im Shop kaufen kann).

Im 2. Stock geht es in die Welt der Klänge. Wenn ihr euch wundert, warum die Fotos so dunkel sind: Die Räume sind hier etwas dunkler, damit man sich auf das Hören konzentrieren kann.
Hier gibt es viele unterschiedliche Stationen. Man kann mit den Ohren einer Katze oder Schildkröte hören, Geräusche erraten, sich den Klang verschiedener Instrumente anhören oder auf großen Sitzsäcken einfach der Musik lauschen und entspannen.
Mir hat hier das Interaktive richtig gut gefallen, man kann alles angreifen und überall mitmachen. Bubi hat sich sehr für die riesige Trommel interessiert, die ja so schön laut ist.


TIPP: Ganz toll fanden wir auch das Zookonzert, bei dem die Kinder wieder zum Mitmachen aufgefordert werden. Sie können selbst bestimmen, welche Musikgeschichte sie hören wollen und durch Klatschen, Watscheln und Hüpfen selbst mitwirken.

Im 3. Stock dreht sich alles um große Komponisten, unter anderem über Mozart, Beethoven, Schubert und Strauss. Jedem Meister ist ein Raum gewidmet, in dem Leben und Werk näher gebracht werden.
Toll ist, dass die Räume ganz individuell gestaltet sind. Bei Schubert findet man sich in der Romantik wieder, mit passenden Tapeten und Mobiliar. Bei Strauss dreht sich alles um rauschende Ballnächte mit antikem Zylinder und Balltasche.
TIPP: Bei Mozart kann man sich seinen eigenen Namen vertonen lassen!
Besonders witzig wurde der Raum für Gustav Mahler gestaltet, der offenbar sehr naturverbunden war: Es wurden nämlich Baumstämme aufgestellt, sodass man wirklich den Eindruck hat, im Wald zu sein.

Im 4. Stock erwartet einen der virtuelle Dirigent, bei dem man die Wiener Philharmoniker selbst dirigieren kann. Da haben wir allerdings nur kurz zugeschaut und sind dann weitergegangen. Bubi war nach 2 Stunden nämlich schon etwas müde.
Insgesamt haben wir hier eine tolle Zeit verbracht. Man kann einiges erfahren und lernen, viele Stationen sind interaktiv und binden auch die Kleinen ein. Wir kommen bestimmt wieder.
Und übrigens: das Klavier hat 88 Tasten 😊