4
Sep.
2023

Ausflug in den Bärenwald Arbesbach

Der dritte und letzte Tag unseres Kurzurlaubs im Waldviertel startete im Bärenwald Arbesbach. Dieses Ausflugsziel ist etwas Besonderes, denn hier kann man nicht einfach nur Bären beobachten. Es handelt sich um ein Projekt der VIER PFOTEN, das Bären aus qualvollen Haltungsbedingungen einen geschützten und tiergerechten Lebensbereich bietet. Die Bären kommen meistens aus osteuropäischen Zoos oder Restaurants (!) oder wurden als Tanzbären gehalten. In den letzten 25 Jahren konnten so 12 gerettete Bären ein neues Zuhause finden.

Man erfährt hier viel über Bären im Allgemeinen, aber auch über die einzelnen Bewohner dieser Schutzeinrichtung. Drei Bärwohner, äh, Bewohner zählt der Bärenwald zur Zeit, die alle in separaten Gehegen leben.

Mit der Niederösterreich-Card hatten wir einen einmaligen Eintritt gratis (€ 8,00 pro Erwachsenem, Kinder unter 6 sind gratis).

Alles über unseren Besuch und nützliche Tipps erfahrt ihr hier.

Der Bärenwald liegt in der Nähe von Arbesbach und ist einfach zu erreichen. Vom Parkplatz führen Bärenspuren zum Eingang. Den Bärenwald kann man bei einem Rundgang erkunden und dabei verschiedene Stationen erleben und neben den Bären noch viele andere Dinge entdecken. Man startet bei einem der Gehege, gegenüber befindet sich der Spielplatz.

Dann folgen eine Hundezone (Hunde sind hier willkommen), ein Niederseilgarten, ein Kletterbär, bärige Karikaturen und eine Spurenstation. Im Obergeschoß des Besucherzentrums gibt es außerdem eine Ausstellung und eine Spielecke. 

TIPP: Gleich beim Eingang kann man sich gratis Leiterwagen ausleihen. Wir haben das gemacht, aber irgendwann geht es bergauf und da ist das Ziehen vom Leiterwagen nicht mehr so lustig (ich habe ihn da wieder zurück gebracht).

Im Vorfeld hatte ich gelesen, dass viele Besucher leider keine Bären gesehen hatten. Deshalb war ich auch nur vorsichtig optimistisch, ob wir tatsächlich einen Bären zu Gesicht kriegen würden. Aber nach ca. einer Minute hat eines der Kinder schon „Ein Bär!“ gerufen. Wir hatten also richtig Glück.

Erich„, so heißt der Bär, ist ganz gemütlich durch Gehege getrottet und hat sich von uns beobachten lassen. Er ist zwar der jüngste der hier lebenden Bären, aber auch der größte und schwerste. Auf uns hat er einen sanften, fast gutmütigen Eindruck gemacht, obwohl wir ihm ohne Zaun natürlich nicht gegenüber stehen wollen. Er kommt ursprünglich aus einem österreichischen Privatzoo, in dem er keinen artgerechten Lebensraum hatte. 

Lange konnten wir Erich aber nicht bewundern, denn es war brütend heiß und wir hatten keinen schattigen Platz. Wir haben den Rundweg deshalb Richtung Wald fortgesetzt. 

TIPP: Bevor ihr den Wald erreicht, kommt ihr an einem 10m² großen Raum vorbei. In so winzigen Zellen mussten viele der bereits befreiten Bären ihr Dasein fristen und man bekommt hier eine Vorstellung, wie sich das für die Bären angefühlt haben muss. 

Im Wald wird es dann für den Leiterwagen etwas rumpelig zum Fahren. Neben der Hundezone findet sich hier ein Seilgarten. Das hat die Kinder nicht interessiert, nicht einmal der Spielplatz. Sie waren von Erich einfach viel zu sehr begeistert. Der Kletterbär war dann aber wieder spannend. 

Bei der Spurenstation kann man mit Stempeln verschiedene Tierspuren in den Sand drücken. Lustig waren auch die Bärenspuren, die man mit der eigenen (kleinen) Hand vergleichen kann. 

Ab dann geht der Weg bergauf und spätestens dann fand ich den Leiterwagen sehr mühsam und ich habe ihn zurück gebracht. 

Was die Kinder ganz besonders toll fanden, war die Felsenmalerei. Seit der Steinzeit haben Menschen Bären und andere Tiere an Felswände gemalt. Daran angelehnt konnten die Kinder mit Kreide Tiere auf die Felsen zeichnen. 

Auf dem Rundweg entdeckt man immer wieder Tafeln mit interessanten Fakten über das Leben der Bären. Man erfährt auch viel über die persönlichen Schicksale der hier lebenden Bären, von wo sie gerettet wurden und wie sich die Gefangenschaft auf sie ausgewirkt hat, aber auch über ihren jeweils ganz eigenen Charakter. Viele leiden als Folge der jahrelangen Fehlhaltung und Misshandlung an Verhaltensstörungen und können nicht mehr ausgewildert werden. Man lässt sich hier deshalb einiges einfallen, um diese Störungen abzubauen und sie bekommen immer wieder Beschäftigungsaufgaben. 

Sehr hilfreich fand ich auch die Hinweise, anhand derer man ein Bärenrevier erkennen kann, wie Kratzspuren an Bäumen oder die Erdmulden, die sie zum Schlafen graben. 

TIPP: Wer mehr über Meister Petz erfahren will, kann dies bei einer Führung tun. 

Dem Rundweg folgend, sind wir dann zum nächsten Gehege gekommen. Ich konnte gar nicht glauben, dass der Bewohner „Mark“ unmittelbar am Zaun ein Schläfchen machte. Naja, das war gleich vorbei, nachdem Bubi aufgetaucht war. Trotzdem hat er sich nicht stören lassen und einfach weitergedöst. 

Mark hat mehr als 20 Jahre als Restaurantbär in Albanien verbracht. Er wurde in einem kleinen Zwinger gehalten und war als Attraktion für Gäste gedacht. Die jahrelange Gefangenschaft hat ihm sehr zugesetzt, aber man hat das Gefühl, dass er sich hier wohl fühlt. 

ÜBRIGENS: Den dritten und ältesten Bären „Brumca“ haben wir nicht gesehen. Ihr Gehege befindet sich nicht entlang des Rundwegs. Sie ist von ihrer Gefangenschaft so geschädigt, dass sie lieber nicht mit Besuchern in Kontakt kommt. Sie ist am liebsten alleine und hat ihre Ruhe. 

Der Rundweg setzt sich über einen Holzsteg fort, von dem man einen guten Blick in die Gehege von „Mark“ und „Erich“ hat, und führt zum Obergeschoss des Besucherzentrums. Hier befindet sich eine Ausstellung und eine Spielecke. Dafür hatten wir leider keine Zeit mehr, denn die Kinder waren von der Hitze müde und wir haben uns wieder auf den Weg gemacht. 

Wir haben uns im Bistro beim Bärenwald noch Pommes geholt und sind dann weiter gefahren.

TIPP: Kennt ihr den Bärentrail? Es handelt sich dabei um einen mehrtägigen Trekkingweg im Waldviertel. Für Erwachsene gibt es mit 69km den großen und mit 25km den kleinen Bärentrail. Start und Ziel ist immer der Bärenwald in Arbesbach. Wem das zu lange ist: für Kinder eignen sich die Teddybärentrails von 2,9 bis 8,5km viel besser. 

Insgesamt war es ein sehr schöner Ausflug, die Kinder hatten viel Spaß und wir haben einiges über Bären gelernt. Wir waren ca. 1 1/2 Stunden hier.

Liebe Grüße
Diana

PS: Auf dem Weg zum Bärenwald hatten wir schon gelesen, dass es in Arbesbach einen Teich gibt. Wir sind hingefahren, um uns abzukühlen und die Tochter meiner Freundin hat dort auch noch ein Mittagsschläfchen gemacht. Mehr über diesen Geheimtipp erfahrt ihr hier

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