Kurzurlaub in Admont im Gesäuse
Was für ein schöner Kurzurlaub! Mit Bubis Papa habe ich ein verlängertes Wochenende im Gesäuse in der schönen Steiermark verbracht. An das Gesäuse hatte ich noch vage Erinnerungen, denn in der Schulzeit bin ich schon einmal hier vorbeigekommen. Die Region hat viel zu bieten und in drei Tagen kann man hier viel erleben.
Was man hier machen kann, Tipps zu Ausflügen und der Marsch unseres Lebens – erfahrt ihr hier.

Als ich für Bubis Papa ein passendes Geburtstagsgeschenk suchte, kam mir die Idee: ein Urlaub in der Natur wäre ideal, eine kleine Auszeit genießen und ein bisschen wandern. Das Gesäuse ist in moderater Fahrzeit zu erreichen und in Admont habe ich auch gleich eine schöne Unterkunft gefunden.
In der Früh vor der Abreise musste Bubi noch in den Kindergarten gebracht werden. Dabei hat er gesehen, dass mein Koffer schon bereit stand. Aufgeregt fragte er mich, ob ich in Urlaub fahre, was ich mit ja beantwortete. Bei der nächsten Frage stellte sich gleich das schlechte Gewissen ein. Bubi fragte nämlich, ob er auch mitkommt. Da musste ich nein sagen und Bubis Mundwinkel rutschten gleich nach unten. Bittere Tränen mussten getrocknet werden und beim Aussteigen aus dem Auto musste ich alle Überredungskunst anwenden. Das schlechte Gewissen nagte noch sehr lang an mir. Nur, ein paar Tage nur zu zweit gibt´s mit Kind ja nicht so oft und schließlich waren wir nur zwei Nächte weg.

In Admont angekommen, waren wir zuerst einmal etwas erschlagen. Die umgebenden Berge sind wunderschön und richtig eindrucksvoll.
Nachdem wir unser Quartier bezogen hatten, haben wir Admont ein bisschen zu Fuß erkundet.
Was man hier gesehen haben muss, ist natürlich das Stift samt der Bibliothek.
Stift Admont, Stiftsbibliothek und Museum

Das Stift besteht seit annähernd 1000 Jahren und nimmt in Admont einen wichtigen Platz ein. Durch das große Tor vor der Kirche gelangen wir auf das Stiftsgelände und spazieren Richtung Museum. Ich war schon sehr gespannt auf die weltbekannte Bibliothek und ich wollte an einer der Führungen teilnehmen.
TIPP: Toll sind die 30-minütigen Führungen durch die Bibliothek, welche gratis im Ticket enthalten sind. Hier erfährt man Interessantes über den Bau der Bibliothek, die Fresken und Skulpturen und über versteckte Geheimgänge.
Beim Betreten der Stiftsbibliothek ging ein „Wow“ durch den Saal. Ich hatte schon Fotos gesehen, aber wenn man hier persönlich steht, ist es natürlich viel eindrucksvoller. Die Bibliothek beherbergt 70.000 alte Bücher, wobei diese alle gedruckt sind. Handschriftliche Exemplare sind besonders empfindlich und müssen daher speziell verwahrt werden. Die Bibliothek ist sehr hell und lichtdurchflutet und wenn man genau schaut, besteht sie eigentlich aus 3 Räumen.



Über der Bibliothek gibt es noch eine Galerie mit Büchern, eine Treppe ist aber nicht erkennbar.
Um das Gesamtbild nicht zu stören, wurden die Treppen hinter einer Wand aus Buchattrappen versteckt.
Neben der Stiftsbibliothek verfügt das Museum über eine kunst- und naturhistorische Abteilung, moderne Werke und mittelalterliche Werke. Da das Museum doch größer ist als erwartet, haben wir nicht alles geschafft.
Nach der Museumsrunde haben wir uns im Stiftsgarten umgesehen und im Anschluss haben wir uns einen Kaffee im Stiftskeller geholt. Das Wetter war toll, also konnten wir draußen die Sonne und den Blick auf den schönen Stiftsgarten und die Kirche genießen.
Beim Zurückgehen haben wir uns auch noch die Kirche angesehen. Sie ist zwar innen recht schlicht gehalten, wir finden sie aber trotzdem eindrucksvoll.


Ausflug zum Mühlauer Wasserfall
Nach dem Stift hatten wir noch Lust auf einen gemütlichen Spaziergang. Schräg gegenüber vom Stift befindet sich die Touristeninformation. Hier wurde uns der Spaziergang zum Mühlauer Wasserfall empfohlen.
TIPP: Bei der Touristeninformation bekommt ihr eine gratis Karte über das Gesäuse.
Ausgangspunkt für den Spaziergang ist ein Parkplatz in Hall bei Admont, der in 10 bis 15 Minuten mit dem Auto leicht zu erreichen war. Von dort haben wir unseren Ausflug entlang des Eßlingbachs begonnen. Der Weg verläuft überwiegend eben, nur stellenweise geht es etwas bergauf. Der Bach führt zwar nicht viel Wasser, stellenweise kann man aber auch hier schon kleine Wasserfälle beobachten.


Nach ungefähr 20 Minuten erreichten wir den Mühlauer Wasserfall.
Der Wasserfall ist ca. 10 m hoch und das Wasser rauscht hier über die Felsen hinunter. Wir haben uns gleich die Schuhe ausgezogen und sind durch das Wasser gewatet. Es ist dort überhaupt nicht tief, aber kristallklar.
Das Wasser war auch ziemlich kalt, das hat uns aber nichts ausgemacht. Es war eine angenehme Erfrischung.



Beim Zurückgehen haben wir den Bach an einer gekennzeichneten Stelle überquert. Sie ist leicht zu finden und gehört zum Mühlauer Wasserfallrundwanderweg. Das Überqueren war auch ganz einfach, weil der Bach wenig Wasser führt.
Auf der anderen Bachseite sind wir ein Stück den Mühlauer Wasserfallrundwanderweg gefolgt, bevor dieser nach links abzweigt. Wir sind jedoch den Bach weiter entlang gegangen und über eine kleine Brücke wieder zum Parkplatz gekommen.
Insgesamt haben wir hier rund 1 bis 1 1/2 Stunden verbracht, wobei wir uns Zeit gelassen haben. Der Weg ist aber sicherlich auch schneller zu schaffen.
TIPP: Wer mehr Zeit eingeplant hat und etwas länger gehen möchte, der kann den Mühlauer Wasserfallrundwanderweg ausprobieren.
Wanderung von der Kaiserau zur Klinkehütte und zurück über die Wagenbänkalm

Am Vortag hatten wir uns bei der Touristeninformation erkundigt, welche Wanderungen empfehlenswert sind. Wir wollten eine leichte und nicht zu lange Wanderung machen. Einerseits wollten wir uns ein bisschen bewegen, andererseits das tolle Bergpanorama bewundern.
Im Vorfeld hatten wir bereits im Internet etwas recherchiert und sind im Zuge dessen auch auf eine Wanderung aufmerksam geworden, die mit 3 Stunden und 45 Minuten veranschlagt war. Sie startet auf der Kaiserau und führt auf die Klinkehütte und von dort über die Wagenbänkalm wieder zur Kaiserau.
Laut Touristeninformation entsprach diese Route einer einfachen Wanderung, die leicht zu bewältigen ist. Wir freuten uns, etwas Passendes gefunden zu haben und starteten voll motiviert in den Tag.
Die Kaiserau ist ein Hochplateau auf rund 1.100m Seehöhe und nur einen Steinwurf von Admont entfernt. Mit dem Auto waren wir nur ein paar Minuten unterwegs und haben das Auto gleich am ersten Parkplatz abgestellt. Von dort aus sind wir die Straße entlanggewandert. Wir haben uns hier etwas Zeit gelassen und haben nach ca. 30 Minuten die Kaiserau erreicht.
TIPP: Auf der Kaiserau gibt es einen großen Parkplatz, der tagsüber gratis benützt werden darf. Es empfiehlt sich, Wandertouren eher von diesem Parkplatz zu starten. Außerdem gibt es auf der Kaiserau einen Abenteuerspielplatz, einen Themenweg für Kinder und ein Gasthaus. Im Winter kann man hier auch Skifahren.
Aber so, wie unsere Tour verlaufen ist, war es dann schon egal, ob das Auto beim ersten oder beim zweiten Parkplatz steht.

Unser – rückblickend naiver – Plan war es, zuerst zur Wagenbänkalm und dann weiter zur Klinkehütte zu gehen. Bis zur Hütte hätten wir dann nämlich schon gute zwei Drittel des Weges hinter uns und könnten uns dann in der Hütte etwas stärken und dann zurück zur Kaiserau wandern. So der Plan.
In der Kaiserau angekommen, fiel es uns zunächst einmal schwer, überhaupt den Weg zur Wagenbänkalm zu finden. Es befindet sich dort ein Skilift und eine eingezäunte Almwiese und – wie wir jetzt wissen – ist ganz am Ende der Wiese ein schmaler Durchgang. Da wir den aber nicht gleich gefunden haben, sind wir davon ausgegangen, dass wir in die falsche Richtung gehen. Wir sind daher bis zum anderen Ende der Kaiserau gegangen, wo sich eine informative Tafel befand, die den Weg beschrieb. Wir haben uns dann entschlossen, gleich den Weg zur Klinkehütte zu gehen.
Auch hier geht man zuerst durch einen schmalen Durchgang und kommt auf eine Wiese. Auf einem Schild wird ausdrücklich vor Weidevieh gewarnt. Der Weg war zuerst sehr gemütlich, die Sonne hat gestrahlt und der Blick auf den Admonter Kalbing war richtig toll.

Nach kurzer Zeit sind wir bei Pferden vorbeigekommen, die zwar nicht scheu waren, aber vorsichtshalber haben wir hier Abstand gehalten.
Kurz nach den Pferden ist es dann bergauf gegangen. Ich dachte zuerst, dass das nur ein kurzer Abschnitt sein wird. Tatsächlich sind wir aber ca. eine Stunde bergauf gegangen. Teilweise war der Weg auch abenteuerlich, z.B. als wir ein ausgetrocknetes Flussbett überquert haben oder uns den Weg unter einem umgestürzten Baum gebahnt haben.
Der letzte Abschnitt bis zur Hütte war dann noch besonders steil und das Gelände etwas unwegsam. Man musste hier besonders trittsicher sein und genau schauen, wo man seinen Fuß hinsetzt. Ich weiß nicht, in welcher Form die Wanderer hier sonst sind, aber ich fand diese Route bis dahin alles andere als einfach.



Es war ca. Mittag, bis wir die Klinkehütte erreicht haben. Dort haben wir ca. 20 Minuten Pause gemacht, um nach diesem anstrengenden Aufstieg wieder etwas zu Kräften zu kommen.
TIPP: Hier könnt ihr einen sehr guten und selbst gemachten Apfelstrudel genießen!
Ich musste die ganze Zeit daran denken, dass wir eigentlich erst ca. ein Drittel der Strecke geschafft hatten und hoffte, dass der restliche Abschnitt etwas leichter ausfallen würde.
Diese Hoffnung wurde leider enttäuscht, denn der Weg führt hinter der Klinkehütte weiter bergauf. Nach einer Weggabelung ging es rechts herum und dann weiterhin bergauf.
Irgendwann ist der Weg etwas flacher geworden, dafür war er jetzt ziemlich schmal. Trotz Anstrengung war der Ausblick aus dieser Höhe unschlagbar. Man kann hier ein herrliches Panorama genießen.
Um uns herum breitete sich ein Meer aus Heidelbeerstauden aus, die hier überall wild wachsen. Wir haben auch ein paar gekostet und sie waren richtig gut.
Hier im Wald findet man aber auch andere Pflanzen, die man lieber nicht verkosten sollte. So sind wir auf ein paar Fliegenpilze gestoßen und ich finde, der auf dem Foto sieht einfach aus wie gemalt.


Nach einer gefühlten Ewigkeit haben wir schließlich den Gipfel, nämlich den Lahngangkogel erreicht. Von hier hat man einen richtig tollen Ausblick, den wir kurz genossen haben. Ins Gipfelbuch haben wir uns natürlich auch noch eingetragen.
Von dort haben wir dann mit dem Abstieg auf die Kaiserau über die Wagenbänkalm begonnen.


Die Wagenbänkalm haben wir dann relativ schnell erreicht. Wir haben uns aber entschlossen, hier nicht Halt zu machen, da man in der Ferne schon ein Gewitter aufziehen sah und wir doch lieber zum Auto wollten.



Der Abstieg war dann doch noch einmal anstrengend, da der Weg teilweise steil und rutschig war. Schließlich haben wir die Kaiserau erreicht und waren heilfroh, wieder unten zu sein. Stolz waren wir auch auf uns, dass wir diese Tour geschafft haben.
Den Weg von der Kaiserau bis zum Auto haben wir dann in 20 Minuten recht zügig zurückgelegt. Beim Auto habe ich dann auf die Uhr geschaut: insgesamt waren wir 7 1/2 Stunden unterwegs. Die Wanderung wird mit 3 Stunden und 45 Minuten angegeben, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Eine einfache Wanderung hatten wir uns auch ganz anders vorgestellt. Möglicherweise versteht man hier aber unter wandern auch etwas anderes als bei uns zu Hause und wir hätten nach einem leichten Spaziergang fragen sollen.
Wir sind dann recht k.o. in der Unterkunft angekommen. Für den nächsten und letzten Tag wollten wir jedenfalls einen ganz einfachen Spaziergang.

In der Unterkunft hatte ich einen Folder von der Nothklamm und der Wasserlochklamm gesehen, die nicht weit von Admont entfernt liegen.
Die Nothklamm kam mir vom Namen her bekannt vor und ich erinnerte mich, dass ich sie im Büchlein zur Niederösterreich-Card schon einmal gelesen hatte. Da sie nur 900m lang ist, war sie das ideale Ziel für unseren letzten Tag.
Die Klamm hat uns richtig gut gefallen, weshalb ich ihr einen eigenen Beitrag widme. Alles zu dieser schönen Klamm findet ihr hier.
Alles in allem haben wir hier einen sehr schönen Kurzurlaub verbracht. Die Natur ist wunderschön und wir konnten uns gar nicht satt sehen. Die Wanderung am zweiten Tag war zwar sehr anstrengend und unerwartet lang. Rückblickend bin ich aber stolz auf uns, dass wir so eine Strecke geschafft haben. Schön finde ich auch, dass wir noch bei Weitem nicht alles gesehen haben und es so noch viele tolle Ziele für uns gibt.